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Festtagsweine – Wei(h)nachten bei den Groten’s

Die richtigen Weine zum Festtagsmenü an Weihnachten auszuwählen ist gar nicht so einfach. Häufig serviert man mehrere Gänge und es gibt die unterschiedlichsten Geschmäcker bei Tisch. Hier gebe ich Euch eine Einblick, welche edlen Tropfen es bei meiner Familie über die Festtage ins Glas schaffen.

Das wichtigste zuerst: es muss immer ausreichend gut gekühlter Sekt in der Nähe sein! Damit steht und fällt die gesamte Weihnachtsstimmung. Also starten wir mit unseren Schaumwein-Favoriten zuerst.

“WF1” Morio-Muskat Winzersekt, Flaschengärung, Rheinhessen, Sprendlingen

Dieser Winzersekt ist nicht nur etwas besonderes, weil er nach der traditionellen Methode der Flaschengärung hergestellt wurde. Auch die absolut aromatische Rebsorte Morio-Muskat trägt einiges dazu bei. Maracuja, Pfirsich, Ananas – intensive tropische Aromen verführen in der Nase und im Gaumen, dazu kommen typische Muskataromen getrocknete Aprikosen, Honig und dezente Würze. In seiner trockenen Ausbauweise, gepaart mit dem erfrischenden Bukett, ist der WF1 absolut süffig. Unbedingt sehr gut gekühlt genießen!

Erhältlich exklusiv bei Weinfreunde.de.

Spätburgunder Rosé Brut, Weingut Oswald, Rheinhessen, Wahlheim

Natürlich trinken wir auch gerne aus der Region, noch lieber aus dem eigenen Heimatdorf. Da bieten sich natürlich meine Freunde Klara & Simon Müller-Oswald an, die diesen Sekt kreiert haben. Auch hier wurde die klassische Flaschengärung angewandt, wie Sie in der Champagne üblich ist. Die feine Perlage und die zarte Kupferfarbe besticht schon in der Optik. Die Nase zeigt frische Zitrusfrüchte, frische Johannisbeeren und eine dezente Brioche-Note. Im Mund ist der Spätburgunder frisch und überzeugt mit vollem Körper und kräftigem Zug. Für alle, die Rosé-Crémant lieben, ist dieses Sekt-Kunststück auf jeden Fall zu empfehlen!

Erhältlich direkt bei Klara & Simon oder u.a. bei Wir Winzer.

Nach dem ein oder anderen Glässchen Sekt zum Frühschoppen darf die Familie nun auch am Tisch endlich Platz nehmen. Die Vorspeise wird bereits in der Küche angerichtet und wartet darauf serviert zu werden. Nun geht also die große Fragerunde los, wer was trinken möchte. Wer bleibt beim Sekt? Wer möchte Wein? Was gibt es denn eigentlich zur Vorspeise?! 

Eine Vorspeise kam tatsächlich so oft schon auf den Tisch und wurde immer wieder gerne gegessen, dass man sie fast als “Klassiker” im Hause Groten bezeichnen kann: Maronen-Cremesuppe mit kandierten Maronen und Parmesan.

Dazu würde ich einen gereiften Riesling empfehlen, oder da ich die Vorlieben meiner Familie kenne, eher einen nussigen Grauburgunder. Aber auch da sind die Geschmäcker unterschiedlich, deshalb gab es zweierlei Grauburgunder zur Auswahl:

Burkhard Grauburgunder in neuem Gewand

Der Unkomplizierte

“Grauburgunder”, Weingut Burkhard, Rheinhessen, Wahlheim

Wir bleiben in der Nachbarschaft – genauer gesagt sogar in der gleichen Straße! Nur ein paar hundert Meter die Obergasse runter, liegt das Weingut Burkhard. Jungwinzer Tobias, ebenfalls langjähriger Freund, schmeißt hier zusammen mit seinen Eltern Thomas und Dagmar den Laden. Es ist allerhand los bei Burkhards – Tobi setzt auf Modernisierung und will sich für die Zukunft rüsten. Seine Partnerin Britta unterstützt ihn dabei und kümmert sich u.a. um die Sozialen Medien des Weinguts. Aber zurück zum Wein – in neuem Gewand macht der Grauburgunder eine sehr gute Figur. Mir gefällt die neue Ausstattung sehr gut, aber es kommt ja auf die inneren Werte an. Da kann dieser Burgunder auf jeden Fall überzeugen – typische Aromen, Süße-Säure-Verhältnis ist ausgewogen, schmelzig und cremig im Abgang. Ein Wein, den man wirklich ohne groß nachzudenken, trinken kann und der Spaß macht!

Erhältlich nur beim Weingut Burkhard direkt – in Wahlheim oder Online!

Wer es kantig und komplex mag, wird hier fündig: Kalkmergel Grauburgunder von Friedrich Becker.

Der Kantige

“Kalkmergel” Grauburgunder, Weingut Friedrich Becker, Pfalz, Schweigen-Rechtenbach

Jetzt wird es “edgy”, denn dieser Grauburgunder ist was für Wein-Nerds! Beim Einschenken hatten wir schon das erste AHA-Erlebnis. Oha, der ist ja fast Orange! Ist das ein Orange-Wein? Zuerst zweifelte ich an mir selbst, ob ich vielleicht den falschen Wein bestellt habe. Aber nein, alles richtig gemacht. Die Rosé- bis Orange-Färbung stammt von der langen Maischestandzeit, die den Wein u.a. so besonders macht. 

Kleiner Exkurs für alle, die nichts mit dem Begriff Maischestandzeit anfangen können: Bei Rotwein- und manchmal auch bei der Weißwein-Produktion lässt man den Traubenmost längere Zeit noch mit der Maische (= Masse aus Traubenmost, Traubenschalen, Traubenkernen) in Kontakt. Dabei lösen sich die Farbstoffe, Gerbstoffe/Tannine und Aromastoffe aus den Schalen der Traubenbeeren. Je länger die Maischestandzeit, desto intensiver die Farbe, der Tanningehalt und auch die Aromatik des Weins.

Der Becker-Burgunder verführt in der Nase mit Komplexität. Hier gibt es richtig etwas zu entdecken: Apfel, Birne, aber auch rote Früchte wie Johannisbeeren. Dazu kommen auch würzige Töne und der Holzausbau klingt an. Im Mund zeigt der Wein seine Ecken und Kanten. Wir schmecken kräutrige Aromen, leicht erdige Töne. Die Säure wirkt tough und präsent. Auf jeden Fall nichts für Weicheier!

Wenn ich den Wein beim nächsten Mal trinke, dann bekommt er definitiv vorher Luft. Er kann auch sehr gut aus großen Gläsern getrunken werden! Mit dem nussig-erdigen Geschmack der Maronen jedenfalls kann dieser Grauburgunder sehr gut.

Erhältlich ist dieser Wein u.a. bei den Weinfreunden und bei Belvini.de.

Ganz klassisch wird es aber jetzt doch nochmal – nämlich mit Gans, Klößen und Rotkohl.

Hier streiten sich die Gelehrten übrigens auch, ob man nun Weißwein oder Rotwein trinken sollte. Meine Antwort darauf: geht beides – trinkt doch, was euch schmeckt! Die Gans zählt zum und würde wegen des hellen Fleischs auch gut mit Weißwein gehen. Da sie aber eher fettes, geschmacksintensives Fleisch hat, kann man eben auch sehr gut Rotwein dazu trinken.

Da fliegt die Kuh – Metzger’s Prachtstück Cuvée Rot

“Prachtstück” Cuvée Rot, Weingut Metzger, Pfalz, Grünstadt

Das Prachtstück Rot von Volker Metzger war jedenfalls ein wunderbarer Kompagnon für unsere Gans. Drin in diesem Cuvée sind die Rebsorten Cabernet Sauvignon, Portugieser, Dornfelder und Regent. Der Wein ist unkompliziert und begleitet wirklich wie ein Gentleman unser Menü. Farblich spielt er zwischen rubinrot und dunkelrot, die Nase zeigt Beeren, Cassis und Holunder. Im Mund kommt noch Schwarzkirsche dazu. Metzger hat es hier mal wieder auf den Punkt gebracht, nicht zu viel und nicht zu wenig. Der gesamten Familie hat der Wein wirklich gut gefallen, sowohl pur als auch zum Essen.

Würde ich jederzeit wieder machen!

Erhältlich gibt’s das Prachtstück Rot bei Metzger selbst oder z.B. auch bei Belvini.

Diesen Wein vergisst man nicht so schnell, allein schon wegen des Namens!

“Tohuwabohu” Markus Schneider, Pfalz, Ellerstadt

Natürlich wurde zum Festtagsessen auch nochmal als Alternative ein weiterer Roter auf den Tisch gestellt. Da darf es dann auch mal ein Schneider sein! Tohuwabohu finde ich übrigens auch ein sehr passender Name für so ein Weihnachtsfest mit der ganzen Familie… Diesen Wein darf man auch sehr gerne schon entsprechend früher öffnen und belüften. Aus breiten Gläsern trinkt der sich wunderbar.

Der Schneider kommt mit dunklem Rubinrot daher und geht in der Nase auch genauso dunkel weiter: frische Heidelbeeren, Holunder, ein Hauch Latwerge. Im Mund ist er dicht und füllt den ganzen Gaumen aus. Prägnant sind die schwergewichtigen Tannine und erdige Töne, die an einen Waldspaziergang erinnern. Im Abgang klingen zarte Bittertöne nach.

Erhältlich bei Markus Schneider selbst und u.a. bei den Weinfreunden und beim Kölner Weinkeller online.

Die ein oder andere Digestif-Runde folgt natürlich auf ein solches Essen. Wer sich danach nicht zum Sekt gesellt, trinkt sich dann an diesem Rotwein fest. Die Serie “Miluna” ist ein all-time-favorite im Hause Fräulein Wein. Natürlich darf da ein Primitivo nicht fehlen!
Feuerwerk der Aromen: intensiv und vielschichtig!

“Miluna di Manuria Riserva” Primitivo di Manduria, San Marzano, Apulien, IT

Die dunkel-violette Farbe kündigt bereits an, dass der Wein alles andere als primitiv ist.

Die Intensität der Aromen in der Nase bestätigen das: Kirschen, Waldbeeren, ein Hauch dunkler Marmelade. Zu guter letzt klingt hier schon eine gewisse Würze an. Am Gaumen ist der Miluna wie eine warme, weiche Kuscheldecke. Samtige Tannine kleiden den Mund aus. Leichte Anklänge von Vanille deuten auf die Holzreifung hin. Die angenehme Süße macht diesen Tropfen unverschämt verführerisch. Ein langes Finish setzt dem Ganzen die Krone auf. Molto bene!

Erhältlich nur bei den Weinfreunden.

Wenn Ihr exklusive Weinempfehlungen zu euren Festtagsmenüs möchtet, dann kontaktiert mich doch einfach:

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